Dr. Saskia Frommelt

Du hast dich mit dir selbst beschäftigt, reflektiert, vielleicht sogar Coachings gemacht –
und trotzdem fehlt dir das Gefühl von Klarheit?
Dann liegt das Problem oft nicht an dir.
Sondern daran, dass entscheidende Dinge noch nicht zusammenfinden.
„Purpose entsteht dort, wo Werte, Stärken und Sinn zusammenfinden.“
Dieser Satz klingt klar. Fast einfach.
Und doch erleben viele Menschen genau das Gegenteil:
Sie wissen viel über sich – und fühlen sich trotzdem nicht wirklich angekommen.
Sie haben Bücher gelesen. Coachings gemacht. Reflexion betrieben.
Und trotzdem bleibt da dieses Gefühl:
„Irgendetwas passt noch nicht zusammen.“
Die eigentlichen Probleme liegen tiefer
Viele Menschen scheitern nicht daran, dass sie sich nicht mit sich selbst beschäftigen –
sondern daran, dass die einzelnen Puzzleteile nicht zusammenfinden.
Hier sind fünf typische Herausforderungen:
1. Du kennst deine Werte – aber lebst sie nicht wirklich
Du weißt, was dir wichtig ist. Freiheit. Sicherheit. Entwicklung.
Aber dein Alltag sieht anders aus.
Auswirkung:
- innere Unzufriedenheit
- leises Gefühl von „nicht ganz richtig leben“
2. Du nutzt deine Stärken – aber ohne echte Bedeutung
Du bist gut in dem, was du tust. Vielleicht sogar sehr gut.
Aber es fühlt sich… leer an.
Auswirkung:
- Erfolg ohne Erfüllung
- funktionierendes Leben, aber keine echte Begeisterung
3. Du suchst Sinn – aber verlierst dich im Denken
Du stellst dir große Fragen.
Was ist meine Aufgabe? Wofür bin ich hier?
Aber statt Klarheit entsteht Überforderung.
Auswirkung:
- Gedankenschleifen
- Entscheidungsblockaden
4. Du versuchst, alles gleichzeitig zu klären
Werte, Stärken, Sinn, Ziele, Vision…
Alles auf einmal.
Auswirkung:
- Verzettelung
- keine echte Tiefe
5. Du wartest auf den „einen klaren Moment“
Den Durchbruch. Die Eingebung. Die absolute Klarheit.
Auswirkung:
- Stillstand
- Zweifel an dir selbst

Die entscheidenden Fragen entstehen genau hier
Wenn du dich in diesen Punkten wiedererkennst, stellen sich meist diese Fragen:
1. Wie finde ich heraus, was mir wirklich wichtig ist?
- Beobachte, was dich emotional berührt (positiv & negativ)
- Achte auf wiederkehrende Themen in deinem Leben
- Reflektiere Entscheidungen, die sich „richtig“ angefühlt haben
- Frage dich: Wofür würde ich auch ohne Bezahlung Zeit investieren?
- Nutze Werte-Listen – aber triff am Ende intuitive Entscheidungen
2. Wie erkenne ich meine echten Stärken – jenseits von Rollen?
- Frage dich: Was fällt mir leicht, während es anderen schwerfällt?
- Hole dir Feedback von Menschen, die dich gut kennen
- Achte auf Tätigkeiten, bei denen du Zeit vergisst
- Unterscheide zwischen „erlernt“ und „natürlich“
- Beobachte, wann du in den Flow kommst
3. Warum fühlt sich vieles trotz Klarheit nicht stimmig an?
- Weil einzelne Bereiche isoliert betrachtet werden
- Weil Werte, Stärken und Sinn nicht miteinander verbunden sind
- Weil äußere Erwartungen stärker sind als innere Orientierung
- Weil du dich an „vernünftigen“ statt passenden Entscheidungen orientierst
- Weil du versuchst, Klarheit im Kopf statt im Erleben zu finden
4. Wie bringe ich alles zusammen – ohne mich zu überfordern?
- Arbeite Schritt für Schritt, nicht alles gleichzeitig
- Verbinde immer zwei Dimensionen (z. B. Stärken + Werte)
- Teste Dinge im Alltag statt nur darüber nachzudenken
- Erlaube dir, unfertige Antworten zu haben
- Entwickle Purpose als Prozess – nicht als Ziel
Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung
Die meisten Menschen suchen nach Antworten.
Nach Klarheit. Nach einem System.
Doch der entscheidende Punkt ist ein anderer:

- Es geht nicht darum, Werte, Stärken und Sinn einzeln zu verstehen.
- Es geht darum, wie sie zusammenwirken.
Und genau das ist der Moment, an dem viele aussteigen.
Weil Integration schwieriger ist als Erkenntnis.
Im nächsten Beitrag schauen wir uns einen dieser Bereiche genauer an:
Warum Werte oft klar sind – aber trotzdem keine Orientierung geben.
Und was du konkret tun kannst, damit sie endlich wirksam werden.
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